PATAVIA Immobilien - 13 Tipps und Hinweise was beim Auszug aus einer Mietwohnung zu beachten ist


13 Tipps was beim Auszug aus einer Mietwohnung zu beachten ist:

Kündigung des Mietverhältnisses

Die Kündigung sollte immer schriftlich erfolgen, am besten per Einschreiben Rückschein. So ist ein Nachweis über die fristgerechte Kündigung gegeben. Wichtig: Im Kündigungsschreiben den Vermieter bitten das Enddatum des Mietverhältnisses schriftlich zu bestätigen. So ist späteren Missverständissen vorgebeugt.

Übergabeprotokoll und Zählerstände

Es ist dringend zu empfehlen immer ein Übergabeprotokoll anzufertigen und vom Vermieter unterzeichnen zu lassen. Auch die Zählerstände sind abzulesen und einzutragen. Nur so kann ausgeschlossen werden, dass der Vermieter im Nachhinein Mängel geltend macht die evtl. nicht durch den Mieter verursacht wurden.

Muss der Vermieter vom Mieter genannte Nachmieter akzeptieren?

Grundsätzlich muss der Vermieter keine vom Mieter vorgeschlagenen Nachmieter akzeptieren. Nach der Rechtprechung besteht in besonderen Härtefällen z.B. wenn Sie beruflich in eine andere Stadt umziehen müssen, wenn Sie heiraten oder Nachwuchs bekommen und deshalb die Wohnung zu klein wird oder wenn Sie zum Pflegefall werden und in ein Pflegeheim umziehen müssen besteht hier eine Ausnahme. Aber auch hier muss der Vermieter nicht jeden Nachmieter aktzeptieren. Gründe, die Sie sozusagen selbst verursacht haben, akzeptieren die Gerichte aber nicht. Sie können also nicht aus dem Mietvertrag heraus, nur weil Sie jetzt eine Eigentumswohnung gekauft oder eine günstigere Mietwohnung gefunden haben.

Änderung: Mieter müssen bunte Wände bei Auszug hell streichen

Wer eine in neutraler Dekoration übernommene Wohnung bei Mietende in einem ausgefallenen farblichen Zustand zurückgibt, der eine Neuvermietung praktisch unmöglich macht, riskiert, Schadenersatz zahlen zu müssen (BGH, Az.: VIII ZR 416/12).

Wer muss bereits bunt gestrichene Wände streichen?

Was die neue Rechtsprechung für Mieter bedeutet, die eine bunt gestichene Wohnung übernommen haben wurde im aktuellen BGH-Urteil nicht behandelt. Die Frage, ob schon bei Wohnungsübernahme bunt gestrichene Wände beim Umzug gestrichen werden müssen, ist daher nicht abschließend geklärt. Eine empfehlund ist eine Regelung in den Mietvertrag aufnehmen zu lassen, die für beide Seiten klarstellt, was mit den bunten Wänden beim Auszug geschehen soll.

Müssen die Wände beim Auszug weiß gestrichen werden?

Laut Bundesgerichtshof dürfen Mieter über den Mietvertrag nicht auf die Farbe "Weiß" festgelegt werden. Anderenfalls sind sie praktisch gezwungen, schon während der Mietzeit alles weiß zu streichen oder wegen einer anderen Farbgestaltung der Wohnung Gefahr zu laufen, beim Auszug eine noch nicht erforderliche Renovierung vornehmen zu müssen (BGH, Az.: VIII ZR 198/10). Es empfiehlt sich daher beim Auszug falls die Wände gestrichen werden müssen, diese auch Weiß zu streichen.

Gibt es Vorschriften für die Tapete?

Während der Mietzeit ist die Tapete Mieters Entscheidung. Raufasertapeten oder dezente Mustertapeten muss der Vermieter akzeptieren, so lange sie nicht beschädigt sind. Das passende Gerichtsurteil: Die Richter des Landgerichts Lübeck gestatteten hellblau marmorierte Tapete bei einer Schönheitsreparatur, da einem Mieter gewisse Freiheiten bei der farblichen Gestaltung eingeräumt werden müssen. Hellblau sei keine exzentrische Farbe wie feuerwehrrot, rapsgelb oder lila (Az.: 14 S 221/00).Wer aber auf Fototapete steht, muss damit rechnen, dass er sie am Ende entfernen muss.

Wie verhält es sich mit Raucherwohnungen?

 Nur wenn die Wohnung durch exzessives Rauchen so beschädigt wird, dass selbst Anstrich und Tapezieren nicht helfen, kann ein Vermieter Schadenersatz verlangen.

Was ist beim Auszug im bei Decken und Böden zu beachten?

Wurde die Wohnung mit Teppichboden, Laminat oder Parkett vermietet, muss der Vermieter sie erneuern, wenn sie hinüber sind - auch schon während der Mietdauer. Verursachen Mieter allerdings Brandlöcher, Rotweinflecken oder dicke Kratzer, kann er von ihnen Schadenersatz fordern. Grundsätzlich muss man den Vermieter fragen, ehe man in die Bausubstanz eingreift. Wer das - am besten schriftliche - Okay bekommen hat, beispielsweise Holzdecke oder Badezimmerfliesen zu lackieren, kann nicht gezwungen werden, das am Ende wieder rückgängig zu machen. Und wer auf eigene Rechnung Bodenbeläge verlegt, ist gut beraten, das mit dem Vermieter abzusprechen. Wichtig ist, in einer schriftlichen Vereinbarung festzulegen, was beim Auszug passiert. Das passende Gerichtsurteil: Die Richter des Amtsgerichts Köln verfügten, dass ein vom Mieter verlegter Teppichboden beim Auszug zu entfernen sei. Ebenso müssen alle Klebereste verschwunden sein, sodass der Fußboden so verlassen wird, wie er bei Einzug vorgefunden wurde (Az.: 212 C 239/00).

Können Einbauten in der Wohnung bleiben?

Mieter müssen beim Auszug alle Einbauten, die sie gemacht haben, abbauen und mitnehmen vom Badezimmerspiegel über den selbstverlegten Laminatboden bis zur Einbauküche. Ein Anspruch auf Ablöse durch den Nachmieter besteht nicht. Zudem kann der Vermieter bei Beendigung des Mietverhältnisses den Abbau verlangen. Das passende Gerichtsurteil: Eine Mieterin hatte in ihrer Wohnung ein Badezimmer einbauen lassen, da es bislang nur eine Duschkabine im Schlafzimmer gab. Der Vermieter verlangte beim Auszug den Rückbau oder eine zusätzliche Mietsicherheit von 6.000 Euro. Er verlor vor Gericht, denn die Richter konnten für den Rückbau kein nachvollziehbares Interesse erkennen (Landgericht Hamburg, Az.: 311 S 128/04).

Müssen Mieter für Schönheitsreparaturen Handwerker beauftragen?

Mieter dürfen notwendige Schönheitsreparaturen wie Tapezieren oder Streichen der Innenwände in Eigenleistung oder mit Hilfe von Bekannten erbringen, sofern die Renovierung fachgerecht erfolgt. Das passende Gerichtsurteil: In einem konkreten Fall monierten die Richter die Vertragsklausel, „der Mieter ist verpflichtet, die Schönheitsreparaturen ausführen zu lassen“. Solche Klauseln im Mietvertrag sind unzulässig und können gegebenenfalls dazu führen, dass der Mieter gar nicht renovieren muss (BGH, Az.: VIII ZR 294/09).

Was passiert mit Bäumen und Pflanzen im mitgemieteten Garten?

Pflanzenliebhaber müssen wissen, dass sie unter Umständen selbst gepflanzte Bäume oder Sträucher im Garten des Mietshauses beim Umzug nicht mitnehmen können. Das Argument der Richter: Wenn Gehölze eingepflanzt werden, die auf unbestimmte Zeit im Garten stehen sollen, erfolgt die Verbindung mit dem Grundstück nicht nur zu einem vorübergehenden Zweck, sodass der Mieter das Eigentum mit dem Einpflanzen verliert. Die Pflanzen seien wesentliche Bestandteile des Grundstücks geworden (OLG Düsseldorf, Az.: 22 U 161/97).

Was ist, wenn die Wohnungsschlüssel nicht mehr komplett sind?

Wer beim Auszug merkt, dass er einen der Schlüssel für die Schließanlage verloren hat, muss den Austausch der gesamten Anlage zahlen. Durch die Nichtrückgabe des ihm vom Kläger überlassenen Schlüssels hat er seine Obhuts- und Rückgabepflicht verletzt (LG Heidelberg, Az.: 5 S 52/12).

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